Sonntag, 8. April 2012
die Leiden des jungen Werther
"Wir Menschen beklagen uns oft, fing ich an, dass der guten Tage so wenig sind und der schlimmen so viel, und wie mich dünkt, meist mit Unrecht. Wenn wir immer ein offenes Herz hätten, das Gute zu geniessen..., wir würden alsdann auch Kraft genug haben, das Übel zu tragen, wenn es kommt."
"Wir sehen glückliche Menschen, die wir nicht glücklich machen, und das ist unerträglich."
"Ich werde sie sehen! ...Und da habe ich für den ganzen Tag keinen Wunsch weiter."
"Alles in der Welt läuft doch auf eine Lumperei hinaus, und ein Mensch, der um anderer willen, ohne dass es seine eigene Leidenschaft,... ist, sich um Geld oder Ehre oder sonst was abarbeitet, ist immer ein Tor."
"Noch nie war ich glücklicher, noch nie war meine Empfindung an der Natur... voller und inniger, und doch- Ich weiss nicht, wie ich mich ausdrücken soll, meine vorstellende Kraft ist so schwach, alles schwimmt und schwankt so vor meiner Seele, dass ich keinen Umriss packen kann;"
"Ich beisse die Zähne aufeinander und spotte über mein Elend, und spottete derer doppelt und dreifach, die sagen könnten, ich sollte mich resignieren und weil es nun einmal nicht anders sein könnte."
"..denn kein Argument bringt mich so aus der Fassung, als wenn einer mit einem unbedeutenden Gemeinspruche angezogen kommt, wenn ich aus ganzem Herzen rede."
"Musste denn das so sein, dass das, was des Menschen Glückseligkeit macht, wieder die Quelle seines Elendes würde'"
"meine tätigen Kräfte sind zu einer unruhigen Lässigkeit verstimmt, ich kann nicht müssig sein und kann doch auch nichts tun. Ich habe keine Vorstellungskraft, kein Gefühl an der Natur und die Bücher ekeln mich an. Wenn wir uns selbst fehlen, fehlt uns doch alles."
"Wilhelm, ich weiss oft nicht, ob ich auf der Welt bin! Und, -wenn nicht manchmal die Wehmut das Übergewicht nimmt, ...-so muss ich fort, muss hinaus! und schweife dann weit im Feld umher... Da wird mir's etwas besser! Etwas!"
"Wir fühlen so oft, dass uns manches mangelt, und eben was uns fehlt, scheint uns oft ein anderer zu besitzen,"
Mit dem Buch bin ich erst zur Hälfte durch, aber ich fühle mich irgendwie verbunden zu diesem Kerl. Als wären wir verwandt. Wie kann so ein altes Buch genau das ausdrücken, was wir heute empfinden? Ein Beweis dafür, dass die Menschheit sich in all den Jahren weniger entwickelt hat als wir immer glauben.
Und ja, es ist anstrengend zu lesen, aber es ist es wert.
So, jetzt hab ich mich grade als Nerd geoutet.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen